4 Tage in Kambodscha (1.-4. Februar 2018)

Schon bei der Ankunft in Siem Riep auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel habe ich mich direkt wohl gefühlt. Nach dem vielen Straßenverkehr, dem Lärm und den vielen Menschen in Bangkok war es in Siem Riep vergleichsweise ruhig. Hier ist weniger los auf den Straßen, es gibt viele Fahrräder und eher Motorräder und Roller, als Autos, doch wenn dann sind sie eher vom Typ SUV. Denn die Straßen sind weniger ausgebaut, an vielen Stellen gibt es Schotter-, aber auch Sandstraßen. Sand ist ein gutes Stichwort… er ist überall… jeden Abend stand ich unter der Dusche und selbst danach war das Handtuch noch rot vom feinen Sandstaub.

Blick nach vorne aus dem Tuk Tuk

Vom Flughafen ins Hotel ging es mit dem Tuk Tuk, welches wir uns mit unserem vielen Gepäck nur zu zweit oder dritt (unsere Coachingsreisegruppe von 8 Leuten verteilte sich auf 3 Tuk Tuks) teilen konnten. Der Flughafen in Siem Riep allein ist toll anzusehen. So schön fand ich noch keinen Flughafen. Von außen wirkte er traditionell im Inneren hochmodern. Hier ging es auch gleich als erstes zu Immigration, um das VISA on Arrival zu erhalten. Dazu hatte uns unser Coach vorher Bescheid gegeben, dass wir ein Passfoto benötigen würden und 30 US Dollar. US Dollar sind in Kambodscha die gängige Währung nur sehr kleine Beträge werden in der lokalen Währung Riel bezahlt. Nach nur wenigen Minuten und nachdem unsere Pässe durch ca. 10 verschiedene Hände gegangen waren, ging es weiter zur Passkontrolle, zum Gepäck und dann nach draußen.

Flughafen Siem Riep

Dort erwarteten uns schon die Tuk Tuks. Tuk Tuks in Kambodscha sehen für meine Vorstellungen echt witzig aus: der Antrieb besteht aus einem Motorrad, an den ein Anhänger für die Passagiere gebaut wurde, der häufig an eine Kutsche erinnert und häufig lustig dekoriert sind. Vom lila Polster mit Rüschen bis zum Bat Mobil habe ich sehr viele verschiedene gesehen. Tuk Tuks scheinen hier auch ein Statussymbol zu sein. Unser Tourguide am 3.Tag hat uns auch ganz stolz davon berichtet, dass er sich seins über einen Kredit gekauft hat und jetzt jeden Monat Stück für Stück abbezahlt und parallel nach und nach sein Tourguide Geschäft aufbaut.

Pool des Apsara Dream Hotels

Das Apsara Dream Hotel wartete mit einem Traum von Pool auf. Auch die Zimmer sind wunderschön und groß. Nach ein paar Erfrischungsminuten ging es zu Fuß in die Stadt hinein. Der Weg führt uns über eine Brücke, die typisch für Kambodscha mit Kobras am Anfang und Ende, sowie der gesamten Länge mit einem Schlangenkörper dekoriert ist. Weiter geht es am Fluß entlang vorbei an Straßenständen mit Essen, in kleine Gässchen, vorbei an Restaurants, vielen bunten Tuk Tuks und durch einen Markt, in dem es von Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch, viel Kunsthandwerk, sowie Kleidung, Schmuck fast alles gab. Letztlich landen wir in einem recht unscheinbaren Restaurant, welches zu einem Hostel gehört und können dort gut und günstig essen und trinken. Hier lernen wir dann auch unseren Tourguide für den dritten Tag kennen und unser Coach macht unseren Ausflug fix.

Gleich am nächsten Morgen fallen mir die im Vergleich zu Bangkok angenehmen Temperaturen in Siem Riep auf. Denn hier weht ein laues Lüftchen, die Luftfeuchtigkeit ist gefühlt nicht ganz so hoch und Morgens und Abends gingen die Temperaturen so auf ca. 20 Grad Celsius runter und am Tag war es, glaube ich, nicht wärmer als 28 Grad Celsius.

Nach dem Frühstück ging es dann direkt los mit zwei Tuk Tuks, in denen jeweils vier von uns Platz fanden, zu den berühmten Tempeln. Angefangen bei dem größten und berühmtesten Angkor Wat zu den kleineren. Es ist einfach unglaublich, was die Menschen schon vor etwa 1000 Jahren geschaffen haben. Etwas 96,3% der Bevölkerung Kambodschas sind Anhänger des Theravada-Buddhismus. (Quelle: Wikipedia) In en Tempeln sind auch ein paar Mönche zu sehen gewesen.

Angkor Wat & ich

Jeder Tempel ist einzigartig schön, beeindruckend und energiegeladen:

– Ta Prom ist von Baumwurzeln schon soweit umschlungen, dass Steine der Natur den Weg frei machen mussten und der eine Baum den Ausgang des Tempels mit seinen Wurzeln umspannte, sodass wir unter ihm hindurchgelaufen sind und das erst so richtig auf der anderen Seite wahrnehmen konnten.

Wurzel Tor

– Angkor Wat ist schon allein von der Größe her beeindruckend, aber auch von den vielen kleinen Details. So sind in die Steinsäulen Götterfiguren geritzt. Diese wiederholen sich auch in den anderen Tempeln in abgewandelter Form, bspw. saß die Götterfigur in dem einen, in einem anderen, sah es so aus, als ob sie tanzen würde.

– Bei Angkor Thom hat mir die Symmetrie besonders gut gefallen, die mir hier besonders aufgefallen ist, da der Tempel recht klein und damit überschaubar im Vergleich zu den anderen großen war, die alle eine gewisse Symmetrie aufweisen.

– Bei Baphuon fand ich die „Fensterrahmen“ besonders schön. 😉

Der Fensterrahmen & ich

– Angkor Thum hat mich mit den riesigen Steingesichtern beeindruckt.

Angkor Thum Steingesicht

Zwischen den Tempeln waren wir immer wieder mit den Tuk Tuks unterwegs, sodass wir auch da viel Zeit zum Quatschen hatten. So erzählte uns eine Teilnehmerin, die schon in Kambodscha gewesen ist, etwas über die Geschichte des Landes. 1975-1979 herrschten die Roten Khmer in Kambodscha, die Massenmorde auf brutalste Art und Weise an über 1 Millionen Menschen verübt haben, darunter waren auch sehr viele Mönche. Erst durch Eingreifen der vietnamesischen Armee konnte die Schreckensherrschaft beendet werden, doch erst 1993 gab es eine neue Verfassung und die Monarchie wurde wieder hergestellt. Dabei ist ein riesiger Teil der Bevölkerung umgekommen, sodass es kaum alte Menschen in Kambodscha gibt. Das war mir bis dahin gar nicht bewusst aufgefallen, aber tatsächlich habe ich nur ganz wenige Menschen mit grauen Haaren oder Falten im Gesicht gesehen. Auch wenn die Kambodschaner für mich alle jünger wirken, als sie vermutlich wirklich sind.

Nach 4 Tempeln am ersten Tag wollten die meisten von uns zurück ins Hotel und in den Pool hüpfen. Das haben wir dann auch gemacht.

An diesem Abend hatten wir das beste Abendessen in Kambodscha im Rohatt Café. Wow, ein Traum jedes einzelne Gericht. Wir haben für uns alle zwei verschiedene Vorspeisen, 7 verschiedene Hauptgerichte und 4 Desserts zum Teilen bringen lassen. Das war eine super Entscheidung, denn alles davon war super lecker. Wir konnten uns auf kein Lieblingsgricht einigen, da einfach alles so gut war. Wir hatten als Vorspeise frische Frühlingsrollen und Fishcake. Die Hauptgerichte reichten von Hühnchen in verschiedenen Varianten, Rind, Gemüse mit einer nussigen Sauce bis Amok Fisch mit Kokosraspeln. Als Dessert gab es Bällchen aus Reismehl mit einer süßen Füllung, Schokoladenmouse und -tarte, sowie Passionsfruchttarte. Jummy… Weil es so lecker war, sind wir am letzten Abend auch nochmal dort essen gegangen.

Rohatt Café

Am 2.Tag ging es dann wieder mit den Tuk Tuks zu den weiteren Tempeln und auch den Riesenbäumen, die auch schon am ersten Tag immer mal wieder beeindruckend dazwischen standen. An diesem Tag war auch viel Zeit für eine längere Coaching Session, die wir als Gruppe im Schatten eines Baumes abgehalten haben. Wir haben mit dem Krafttier Orakel von Jeanne Ruland & Murat Karaçay gearbeitet. Jeder hat auf seine/ihre eigene Art und Weise eine Karte gezogen und sich währenddessen eine Frage gestellt, wie bspw. “Welches Tier kann mir im Moment helfen?”. Zu jeder Tierkarte hat unsere Coach eine Erklärung und eine Affirmation vorgelesen, die bspw. als Mantra in einer Meditation verwendet werden kann. Jeder von Euch kann sich gerne selbst einen Eindruck davon verschaffen, ob ihr dem Glauben schenken mögt. Doch für mich war es sehr beeindruckend, wie gut meine Karte zu meiner aktuellen Situation passt und wie gut die jeweiligen Karten bei den anderen gepasst haben. Wer gerne wissen möchte, was mein aktuelles Krafttier ist, kann mich dazu gerne befragen. 😉

Am 3.Tag stand nun der Ausflug mit unserem Tourguide an, den wir am ersten Abend kennen gelernt haben. Wir sind mit seinem sehr gut motorisierten Tuk Tuk mit lila Polstern und „Lexus“-Aufschrift und dem etwas weniger gut motorisierten Tuk Tuk seines Bekannten losgefahren.

Als erstes haben wir in zwei kleinen kambodschanischen Dörfern Halt gemacht. Dort hat uns jeweils eine Gruppe Kinder in Empfang genommen für die unser Coach salzige Knabbersachen auf Empfehlung unseres Tourguides mitgebracht hat, da die Kinder an solche Sachen sehr selten bekommen. Unser Tourguide meinte, dass es eher selten vor kommt, dass Touristen anhalten, die meisten fahren nur kurz vorbei. Schön zu beobachten war der Zusammenhalt unter den Kindern, wie die Knabbereien getauscht wurden und wie der Älteste für die Jüngeren als Vorbild fungiert hat. Als er mit ein paar von uns Englisch gesprochen hat, haben sich ein paar andere auch getraut. Sie haben uns auch ein bisschen durch ihr Dorf geführt. Dabei haben sie uns ein altes Schulgebäude (welches vorher mal vom Militär genutzt wurde) gezeigt. Allerdings wird es nicht mehr genutzt, weil es wohl recht baufällig ist. Ich habe außerdem das erste Mal einen Cashewbaum gesehen. Sieht echt witzig aus, wie die kleine Cashew an dieser riesigen Frucht reift. Die Häuser des Dorfs sind aus einfachen Mitteln aufgebaut: Palmenblättern und Bambus. Im zweiten Dorf standen die Häuser auf Stelzen. Das Leben fand hier unter den Häusern statt. Doch die Stelzen haben hier auch den Zweck, dass das Haus noch nach und nach je nach Familienzuwachs vergrößert werden kann.

Weiter ging es zur Mittagspause, die wir zwischen Karten und Billard spielenden Kambodschanern, Hängematten und einem kleinen Mädchen verbracht haben, dass vielleicht gerade mal 5 Jahre jung war und schon wie eine große den Männern in unserer Runde den Kopf verdreht hat. Es gab Reis und Fleisch bzw. Fisch. Gemüse konnte ich hier keines entdecken. Bis unser Boot los fahren sollte, hatten wir noch viel Zeit…bspw. zum Entspannen in der Hängematte, zum Quatschen, Rumalbern mit dem kleinen Mädchen & mehr. Später kam noch eine Dame mit gerösteten Grillen vorbei. Ich habe die Grillen auch probiert. Sie hatten für mich keinen besonderen Eigengeschmack, sie waren knusprig und haben nach Öl geschmeckt und werden hier als Snack gegessen.

Grillen

Um 15:00 ging’s dann aufs Boot. Genial ein kleiner Junge hat das Boot super lässig aus der Parklücke zwischen zwei Booten heraus bugsiert. Erst als der schwierige Teil vorbei war, hat der Vater übernommen.

Floating Village

Unsere Fahrt führte uns zu den Floating Villages. Sehr beeindruckend stehen hier die Häuser auf riesigen Stelzen. Höhenangaben schätzen ist jetzt nicht so meins, aber so um die 7-8 Meter waren sie vermutlich hoch. Gerade herrscht Trockenzeit, daher konnten wir die Stelzen und den Boden unter den Häusern sehen, doch in der Regenzeit sind sie mit Wasser bedeckt und die Fortbewegung zwischen den Häusern erfolgt nur per Boot. Auch hier war der Zusammenhalt zwischen den Menschen sehr gut zu sehen, da ein größeres Boot von bestimmt 15 Männern gemeinsam an Land gezogen wurde. Am Abend konnten wir dann einige Feuer zwischen den Häusern sehen und Familien, die in Gruppen beim Essen zusammen saßen.

Boot im Mangroven WaldMangroven

Nach dem Floating Village sind wir an Mangroven Wäldern vorbei gekommen. Dort sind wir jeweils zu zweit in kleinere Boote gewechselt, die mit einem Holzstab von unserer Fahrerin, den sie am Boden abgedrückt haben, vorwärts bewegt wurden. Danach ging es zurück aufs größere Boot auf den See hinaus, denn wir wollten den Sonnenuntergang von da genießen.

Sprung ins Wasser

Ich bin vorher noch in den See gehüpft und die anderen auch nach und nach, sowie die drei kleinen Jungs, die uns auf dem Boot begleitet haben. Ich hab’s genossen. Das war eine tolle Abkühlung nach einem langen und heißen Tag.

Sonnenuntergang Kambodscha

Schon kurz danach konnten wir dann die Sonne als roten Ball untergehen sehen. Traumhaft. 🙂

Mit knurrendem Magen sind wir dann mit dem Boot zurück zur Anlegestelle und mit dem Tuk Tuk bis zum Hotel, von wo wir ganz fix direkt ins Rohatt Café gelaufen sind, um unser letztes Abendessen in Kambodscha zu genießen. Danach haben wir uns noch ein paar Snacks im Supermarkt gekauft, denn am nächsten Morgen ging es dann mit Mini Van, Bus, Fähre und Taxi für ca. 10 Stunden nach Koh Chang…

Meine persönlichen Highlights in Siem Riep, Kambodscha:

  • die Atmosphäre
  • das angenehme Wetter
  • die super freundlichen Menschen
  • die Stimmung in und um die Tempel, sowie unter den Riesenbäumen
  • das super leckere Abendessen im Rohatt Café
  • der Sprung in den See kurz vor Sonnenuntergang
  • bunte Tuk Tuks von romantischer Kutsche bis Bat Mobil 😀

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